Swonarew Kut - Звонарёв Кут
Swonarew Kut - Звонарёв Кут
Und wie der Leser es merken wird, ist nur der 2. Teil meiner Trudarmeebiographie mit den anderen meinesgleichen unähnlich. Jedoch ihr Anfang und die Vorgeschichte sind aber völlig gleich. 1941 bin ich 18 Jahre alt geworden. Ich wohnte im Dorf Stahl (Swonarjowka) Krasnojarsker Kanton in der ASSRdWD (Wolgadeutsche Republik), lernte in dem Gemüsebautechnikum. (Im übrigen muss hinzugefügt werden, dass sich 7 Kilometer von uns entfernt das Dorf Rosenheim befand, das in der skandalösen Publikation von W. Rudin als Ort der mythischen, feindschaftlichen Tätigkeit der Wolgadeutschen beschrieben wurde. Ich kann es bestätigen, dass dieser Herr rücksichtslos lügt. Ich habe persönlich bei der Aussiedlung geholfen, den deutschen Familien aus diesem Dorf rauszufahren. Wir tranken Wasser aus den Dorfbrunnen und, natürlich, keiner von uns hat sich vergiftet.) Nach der Deportation aus der Wolgadeutschen Republik kam ich in das Dorf Kasanka, das zu jener Zeit zu Nordkasachstan gehörte. Anfang 1942 hat man mich und meine gleichaltrigen Deutschen in das Rayonzentrum gerufen, und uns gesagt, dass wir in die Feldarmee einberufen werden. Wir haben das auch geglaubt, weil unsere gleichaltrigen Russen schon längst an der Front waren, aber wir hatten keine Ahnung, dass alle Russlanddeutsche, die in der Roten Armee gedient hatten, schon anfang 1941 aus der Armee vertrieben wurden. Wir freuten uns, dass wir, Deutsche, endlich wie die gleichberechtigten Bürger behandelt wurden! Die Russen, Leute anderer Nationalitäten, die ihre Verwandten in den Krieg verabschiedet hatten, haben uns jetzt mit anderen Augen angeschaut, freundlicher. Sogar das Herz des grimmigen Kolchosvorsitzenden ist weicher geworden. Er hat mich beauftragt, ein paar junge Pferde für das Militärkommissariat mitzunehmen.
Es fing ein unaufhörliches Schneegestöber an, so dass man die Hand vor den Augen nicht sehen konnte. Der Vorsitzende hat mir ein altes Pferd angespannt, weil es sich vom richtigen Weg nicht verirrt. Die jungen Pferde haben wir hinten angebunden. Das Rayonzentrum lag in 40 km Entfernung. Vorher bin ich dort noch nie gewesen, aber ich bewältigte den unbekannten, schweren Weg spielend, wie auf Flügeln. Die Pferde hat man mir im Kommissariat abgenommen. Und wir, Deutschen, sind ungebraucht geblieben. Uns hat man dort eine Woche lang, zu uns unbekannten Zwecken, bleiben lassen, danach durften wir zurück. Nach dem Rückkehr blieb der Umgang mit uns, die das Vertrauen der Behörden nicht verdient haben, beim Alten. Aber ich musste mich nicht so lange über die Stimmungswandlung grämen – in kürze hatte man mich in die Trudarmee mobilisiert.
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